November 17, 2020 sarah

Aktivitäten wie das Herumlaufen, das Versenden von Nachrichten mit dem Handy oder von E-Mails oder das Greifen nach der Kaffeetasse, die im obersten Regal steht, klingen doch eigentlich ganz einfach und leicht, oder?

Aber um solche Aufgaben zu erledigen, laufen viele komplizierte Prozesse in unserem Gehirn und unserem Körper ab. Für Schlaganfall-Überlebende und Menschen mit neurologischen und motorischen Schäden kann es sich als äußerst schwierig und schmerzhaft erweisen, solche grundlegenden alltäglichen Aufgaben auszuführen.

Klassische physiotherapeutische Praktiken stehen im Ruf ermüdend, zeitaufwendig und langweilig zu sein, nicht wahr? Nun, durch technologische Entwicklungen der letzten Jahre muss Physiotherapie keineswegs mehr langweilig sein.

Virtuelle Realität in der Physiotherapie

In den letzten Jahren hat die virtuelle Realität ein enormes Potenzial bei der Revolutionierung von Arbeitsabläufen gezeigt. Virtuelle Realität ist eine computergenerierte Umgebung, die den Benutzer mithilfe von VR-Headsets wie z. B. Oculus Quest umgibt. Um mehr über virtuelle Realität zu erfahren, klicken Sie hier.

Mit dem Aufkommen neuer Anwendungsfälle und Anwendungen steigt auch die Nachfrage nach VR immer weiter an. Die Physiotherapie stellt beispielsweise einen Bereich dar, in dem die Nachfrage nach VR-Anwendungen in letzter Zeit stark zugenommen hat.

Die VR-basierte Therapie kann bei den folgenden Problemen helfen:

  • Schlaganfall
  • Neurologische und sprachliche Rehabilitation
  • Parkinson-Krankheit
  • Koordinationsprobleme

VR für Physiotherapie

Hardware wie VR-Headsets, Computer mit einem hochwertigen Grafiksystem usw. sind für die Implantation von VR-Technologie erforderlich. Zusammen mit dieser und einigen wenigen speziellen Programmen ist es möglich, eine eigene virtuelle Umgebung zu erstellen und zu erhalten. Im Folgenden kann nun zwischen einer immersiven und einer nicht-immersiven virtuellen Realität entschieden werden.

Für simulierte immersive Umgebungen ist es notwendig, dass der Patient VR-Headsets trägt. Durch diese kann er in die virtuelle Realität eintreten. Diese helfen zwar bei einer besseren Immersion, könnten aber zu Reisekrankheit, Cyberkrankheit (sogenannte Befindlichkeitsstörungen) usw. führen. Der Patient könnte durch eine solche negative Erfahrung das Interesse an dieser Therapieform verlieren.

Der andere VR-Typ, der verwendet werden könnte, ist der nicht-immersive Typ, der viel kostengünstiger zu installieren und zu verwenden ist. Hier erzeugt der Computer eine virtuelle Umgebung und gibt anschließend ein Feedback an den Patienten, indem er diese Umgebung auf einem Fernsehbildschirm oder über einen Projektor anzeigt.

Augmented Reality kann ebenfalls in der Physiotherapie eingesetzt werden. Bei der Augmented Reality werden reale Dinge in unserer Umgebung durch virtuelle Objekte bzw. Informationen überlagert. Mehr Informationen zum Thema Augmented Reality finden Sie hier.

Von diesen drei Möglichkeiten ist die immersive VR am effektivsten und zeigt bessere Ergebnisse, da der Patient in die virtuelle Realität eintaucht und zugleich besseres Feedback erhalten kann.

Informationen über die Feedback-Arten, die VR bietet

VR wird verwendet, um sowohl diskordante (ungleichförmige) als auch spiegelbildliche Feedbacks zu liefern. Beide Feedback-Arten können zur Unterstützung der Therapie des Patienten eingesetzt werden. Diskordantes Feedback sind Rückkopplungen, die dadurch entstehen, dass der Therapeut Änderungen an der virtuellen Umgebung des Patienten vornimmt. Diese Art von Feedback aktiviert die primären motorischen Areale auf einem höheren Niveau als dies bei einem nicht-diskordanten Feedback der Fall wäre.

Zum spiegelbildlichen Feedback lässt sich sagen: Es ist eine Art von Feedback, bei dem die Patienten sehen, wie sich ihr verletzter Körperteil bewegt, während sich in Wirklichkeit ihr gesunder Körperteil bewegt. Diese Form des Feedbacks hilft bei der Aktivierung der primären Motorik des betroffenen Körperteils.

VR für die Schlaganfall-Rehabilitation

Die Zahl der Menschen, die von Schlaganfällen betroffen sind, steigt. Es ist unerlässlich geworden, die Technologie zu verbessern, die für die Behandlung von Schlaganfallüberlebenden eingesetzt wird. Das Ziel hierbei ist es, Herausforderungen zu verringern und gleichzeitig den Zeitaufwand zu reduzieren, die für die Physiotherapie und Schlaganfallrehabilitation erforderlich sind.

Stellen Sie sich vor, Sie müssten die gleichen monotonen Übungen immer und immer wieder machen. Gleichzeitig müssen Sie hohe Gebühren für Termine bei Ärzten und Therapeuten bezahlen. Es ist nicht verwunderlich, dass Menschen, die solche physikalischen Therapien benötigen, aus verschiedenen Gründen dazu neigen, ihren Kurs nicht zu beenden. Einige zum Beispiel haben nicht das Glück, einen Physiotherapeuten in der Nähe ihres Wohnortes zu haben oder aber die finanziellen Mittel, sich die erforderlichen Behandlungen leisten zu können.

Hier setzt die virtuelle Realität ein, indem sie die traditionellen, langweiligen Behandlungsmethoden verändert. Mit VR müssen Patienten nicht jeden Tag die immer selben physischen Trainingseinheiten absolvieren, um funktionelle Mobilität für die alltäglichen Aufgaben zu erreichen.

Mithilfe von Virtual Reality-Spielen und anderen interaktiven Anwendungen haben Patienten nicht nur Spaß bei der Therapie, sondern können auch ihren Genesungsprozess beschleunigen. Das liegt daran, dass die Verbindung zwischen Körper und Geist durch kognitive und zielgerichtete interaktive Übungen verbessert wird.

VR im Rahmen physikalisch-therapeutischer Behandlung

VR wird in physiotherapeutischen Übungen eingesetzt und hilft Ärzten und Therapeuten, sich ausschließlich auf den betroffenen Teil der Patienten zu konzentrieren. Wenn ein bestimmter Patient eine gezielte Oberkörpertherapie und entsprechende Übungen benötigt, werden hierfür Apps und Spiele gestaltet. Wenn der Patient immer mehr in die virtuelle Realität eintaucht, werden seine Sinne und seine mentale Stärke verbessert, was bei der Behandlung neurologischer Probleme hilft.

Mittels Algorithmen und Daten aus der VR-Therapie können Therapeuten und Ärzte Entwicklungen im Heilungsprozess sehen und verfolgen, den der Patient im Laufe der Zeit gemacht hat. Die Daten werden in quantifizierter Form dargestellt, was dazu beiträgt, die Verbesserungen schneller bemerken zu können.

Analyse der Daten des VR-Systems

Unter Verwendung der Daten aus jeder Sitzung, die der Patient durchläuft, können Berichte erstellt werden. Diese Berichte dokumentieren den Fortschritt des Patienten. Anhand dieser Berichte können die Ärzte und Therapeuten den Therapieverlauf verändern oder intensivieren, da sie die Veränderungen in quantifizierter Form direkt einsehen können.

Die Behandlung mit virtueller Realität im Rahmen der Physiotherapie ermöglicht es den Therapeuten, Übungen mit den Patienten zu machen, die in der realen Welt als riskant oder sogar als nicht durchführbar bezeichnet werden könnten. Zum Beispiel könnte der Patient während seiner Therapie eine Straße überqueren. Dies ist in der VR völlig sicher und daher durchführbar. Solche Übungen tragen dazu bei, das Vertrauen des Patienten zu stärken.

Die Wissenschaft, die VR-Technologie und Behandlung verbindet

Physiotherapie hilft, die Lebensqualität einer Person zu verbessern, die in der Vergangenheit einen Schlaganfall erlitten und überlebt hat. Akute und chronische Beeinträchtigungen aufgrund von Schlaganfällen können gut behandelt werden, wenn die Ärzte über gute Kenntnisse der Pathologie verfügen und in der Lage sind, die richtige Behandlung für die Rehabilitation des Patienten zu finden und auszuwählen. Schlaganfälle sind dennoch für eine Vielzahl von Todesfällen und Behinderungen verantwortlich.

Schlaganfälle sind sehr komplex und führen zu verschiedenen Einschränkungen und Behinderungen. Diese können von Defiziten in motorischen Funktionen und Kontrolle, Kraft, kognitiven Beeinträchtigungen bis hin zur Unfähigkeit reichen, einfache alltägliche Aufgaben oder Aufgaben effizient bzw. überhaupt ausführen zu können. Für Behandlungen sollten Ärzte und Therapeuten Therapien vorschlagen, die sich ausschließlich und gezielt auf das zu behandelnde Defizit konzentrieren. Virtuelle Realität kann dabei helfen, eine gezielte Behandlung zu ermöglichen.

Das Gehirn umfasst einen motorischen Kortex, der für alle Bewegungen verantwortlich ist. Die kortikale motorische Abbildung zeigt uns den Bereich des motorischen Kortex, der bei der Ausführung einer bestimmten Bewegung beansprucht wird.

Das motorische Lernen ist für die Bildung neuer Bereiche oder die Reorganisation im motorischen Kortex verantwortlich, was wiederum die kortikalen Karten verändert. Bewegungen oder Fertigkeiten, die neu erworben werden, dehnen sich über ein größeres Kortex-Areal aus. All diese Reorganisation der Kortex-Areale kann durch bessere Umgebungen und dadurch verbessert werden, dass die gleichen Aufgaben repetitiv ausgeführt werden.

Es zeigt sich, dass sich Patienten, die eine Schlaganfallrehabilitation benötigen, schneller und wesentlich besser erholen, wenn die Therapien und die Rehabilitation früh beginnen und in einer interaktiven und sich wiederholenden Umgebung durchgeführt werden.

Neuroplastizität

Haben Sie schon mal etwas von Neuroplastizität gehört? Es ist das Konzept, das bei der Gestaltung von VR-Spielen und Apps für die Therapie des Patienten verwendet wird. Beim Spielen solcher VR-Spiele, die speziell für den Patienten entworfen werden, schafft das Gehirn neue synaptische Verbindungen.

Diese Verbindungen werden schneller gebildet, wenn die Person merkt, dass der Prozess tatsächlich sinnvoll ist, d. h., dass die realisierten Ziele funktionell sind. VR-Therapie macht Spaß und überwindet die Monotonie repetitiver und insofern langweiliger Aufgaben sowie Übungen. Diese Langweile und Monotonie ist ein entscheidender Grund dafür, dass der Patient in seiner Behandlung irgendwann unter Umständen keine Fortschritte mehr macht.

Mittels neurowissenschaftlicher Informationen und der Funktionsweise bzw. der Diagnose motorischer Defekte kann eine spezifische patientenbezogene Therapie geplant werden. Das macht das Training und die Übungen unterhaltsam und interaktiv.

Ein Beispiel für eine solche Spielidee könnte folgendes sein. Man stelle sich vor, dass ein Patient ein motorisches Defizit im Unterkörper hat und für diesen Teil ein Training benötigt. Der Patient könnte nun ein Spiel spielen, bei dem er einen Ball ins Tor schießen muss. Handelt es sich hingegen um ein motorisches Defizit des Oberkörpers, muss er Gegenstände von der rechten und linken oberen Ecke greifen oder halten.

Auf diese Weise unterzieht sich der Patient nicht nur einer Therapie, sondern hat auch Spaß bei der Interaktion mit einer 3D-Simulationsumgebung.

Virtual Reality-Therapie von zu Hause aus

Virtuelle Realität im Rahmen der Physiotherapie ist ein relativ neues Konzept. Es bietet sowohl zielorientierte Aufgaben als auch repetitives Arbeiten und Training mit einem hohen Maß an sensorischem Feedback. Beide Dinge sind in der neurologischen Rehabilitation von entscheidender Bedeutung. Da diese Technologie für die Patienten immersiver ist und mehr Spaß macht, steigt auch die Zahl der Wiederholbarkeit in Bezug auf das Training.

Mit der VR Technologie und Headsets wie dem OCULUS QUEST wird die VR Technologie mit der Zeit auch preislich immer attraktiver. Die VR-Therapie kann nämlich auch zu Hause durchgeführt werden. Die Patienten können ihre physikalischen Therapien und Übungen jederzeit bequem im eigenen Haus durchführen. Ärzte und Therapeuten können sich über spezielle Portale einloggen und den Fortschritt des Patienten im Auge behalten. Das macht das Ganze nicht nur bequemer, sondern auch unterhaltsamer, interessanter und kostengünstiger.

VR hilft nicht nur bei der schnelleren Genesung und Rehabilitation. Durch VR erübrigt sich auch die Notwendigkeit einer persönlichen Überwachung bzw. die Anwesenheit einer Aufsichtsperson. Sie kann es ermöglichen, Aufgaben und Übungen, ohne Beaufsichtigung durchzuführen. Dies hilft den Patienten, die Therapie immer dann durchführen zu können, wenn es ihnen am besten passt. Zugleich können Patienten ihre Übungen und Aufgaben aber auch viel öfter durchführen als es bei klassischen Therapieformen möglich ist.

Virtuelle Realität zur Unterstützung behinderter Menschen

Die Technologie der virtuellen Realität kann das Leben behinderter Menschen mittels immersiver und nicht-immersiv simulierter Umgebungen und Echtzeit-Feedbacks verändern. Durch den Einsatz der Virtual Reality-Technologie sind behinderte Menschen in der Lage, die simulierte Umgebung zu spüren, die der realen sehr ähnlich ist. VR trägt dazu bei, dass Menschen die körperlich beeinträchtigt sind, grundlegende Fertigkeiten und Fähigkeiten spielend erwerben können. Ohne die virtuelle Realität sind diese häufig nur sehr schwer zu erwerben.

Fazit

Die Virtual Reality Technologie wurde zu einem Großteil in der Spielindustrie eingesetzt. Im Zuge ihrer Weiterentwicklung sowie dem ständig wachsenden Bedarf hat die VR Technologie aber auch in vielen anderen Branchen Einzug gefunden. Die Suche nach immer besseren Möglichkeiten zur Problemlösung wie z. B. beim Militär, in der Medizin, Ausbildung, Schulung usw. hat der VR Technologie viele neue Anwendungsbereiche eröffnet.

Da sich die VR Technologie noch in der Entwicklungsphase befindet, erleben wir mit der Zeit immer mehr Vorteile, die diese für ganz unterschiedliche Branchen mit sich bringt. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass die Nachfrage weiterhin steigt. Einige der Einsatzvorteile der VR Technologie im Rahmen der Physiotherapie und Schlaganfallrehabilitation sind:

  • Durch den Einsatz der VR Technologie im Rahmen der Behandlung wird der gesamte Heilungsprozess unterhaltsamer und interaktiv.
  • Fortschritte des Patienten lassen sich quantifizieren und analysieren. Auf dieser Grundlage können individuelle Trainings- und Übungspläne entwickelt bzw. angepasst werden.
  • Neben der physikalischen Therapie können auch psychologische Aspekte im Zusammenhang mit der Physiotherapie behandelt werden.
  • Patienten erhalten durch die VR Technologie ein unmittelbares und lebensechtes Feedback.
  • Ärzte und Therapeuten können die simulierte Umgebung, die für die Behandlung des Patienten geschaffen wird, kontrollieren.
  • Die Wirksamkeit der Behandlungen und der Rehabilitation wird gesteigert.
  • Mehr Patienten würden sich an ihre Behandlungspläne halten, da diese mehr Spaß machen.
  • Die Patienten können Tätigkeiten und Aufgaben ausführen, die ihnen aufgrund ihrer neurologischen Schädigung in der Realität verwehrt bleiben.
  • Die Patienten können ihre Trainings- und Übungseinheiten bequem zuhause durchführen.

Die VR-Therapie wird die klassischen Methoden der Physiotherapie nicht ersetzen und ist auch nicht dafür gedacht. Aber sie kann die Wirksamkeit und die Genesungsgeschwindigkeit des Patienten deutlich steigern. Sie sollte zusammen mit den traditionellen Methoden der Physiotherapie eingesetzt werden.

Sollten Sie virtuelle Realität in Ihrer Klinik oder Ihrem Krankenhaus im Rahmen der Physiotherapie und Schlaganfallrehabilitation einführen wollen, können Sie sich an LOEHN STUDIOS wenden. LOEHN STUDIOS bietet hochwertige VR Technologie und garantiert Ihnen optimale Ergebnisse.